Sven Piayda #BTHVN2020MLHM

Titel:
„Future Perfect (LVB#10)“
Soundarbeit | Stereo | 12’00’’ | 2020

Informationen zu den Kunstwerken:

Sven Piayda widmet sich in seiner Arbeit ‚Future Perfect (LVB#10)’ Beethovens unvollendeter 10. Symphonie, die immer wieder – zuletzt unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz – zu vollenden gesucht wurde. Piaydas Version übersetzt die fragmentarischen Partituren in synthetischen Sound, der gleichsam futuristisch wie überholt anmutet. So präsentiert sich seine Version explizit nicht als fragwürdiger Versuch einer Vollendung, sondern als eine Art Remix oder freie Interpretation, die wie ein Soundtrack zu einem dystopischen Science-Fiction Film daher kommt – fast so,  als hätte Daniel Lopatin (Oneothrix Point Never) eine neue Filmmusik für ‚Clockwork Orange’ aufgelegt. Kubrick griff für seinen Film bereits auf Beethovens Musik zurück. 


„Be Sure To Wear Flowers In Your Hair“
Soundarbeit | Stereo | 5’00’’ | 2017
Ergänzt wird die Soundarbeit durch ‚Be Sure To Wear Flowers In Your Hair’, eine weitere Soundarbeit, die für das San-Francisco-Jahr in der Galerie an der Ruhr entwickelt, jedoch nie eingereicht und präsentiert wurde. So wie die einzigartige und offene Stadt oft von Erdbeben zerstört wurde, ist auch Scott McKenzies Song zerlegt. Es bleibt von ihm das markante Riff, das sich wie zum Trotz aus der Kakophonie hervorarbeitet. Das Präsentieren der Arbeit zu diesem zu spätem Zeitpunkt in Zusammenspiel mit ‚Future Perfect’ betont den verpassten historischen Moment: Beethovens 10. Symphonie kann nicht vollendet werden.

Die zugehörige Installation zur akustischen Darbietung der Soundarbeit von Sven Piayda

Vita:

Sven Piayda studierte von 1998 bis 2003 Gestaltungstechnik an der Universität Duisburg-Essen. Während des Studiums begann er sich mit Fotografien an verschiedenen Ausstellungen zu beteiligen. Seit 2006 unterrichtet er Bildbearbeitung, vektorbasiertes Gestalten, computergenerierte Bilderstellung, digitale 3D-Gestaltung und Audiovision. Des Weiteren hält er Vorträge zum Digitalen in der Kunst[1] und ist als Musiker mit verschiedenen Projekten unterschiedlichster Stile wie AESTATE[2] und Record Of Tides[3] aktiv. Seit 2003 betreibt er einen Blog[4], in dem er neben kunstbezogenen auch persönliche Themen behandelt.

2016 wurde Sven Piayda mit dem Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet.

Der Künstler lebt in Mülheim an der Ruhr und Luxemburg.

Kontakt:

Die Arbeit wurde am 9. April 2020 zum Kunstwerk des Tages gewählt.

Veröffentlicht von

artnews

KuMuMü = Kulturmuseum Mülheim GadR = Galerie an der Ruhr ALIV = Alexander Ivo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.