
Anlässlich der neuen Kunstausstellung „MülheimCalling2025“ im Städtischen Kunstmuseum Mülheim stellt der Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr die von einer Fachjury ausgewählten Kunstschaffenden vor – heute Ursula Vehar

Ursula Vehar, seit Jahrzehnten eine stille, aber markante Stimme der Ruhrkunstszene, schafft Werke – zwischen Figuration und Reflexion, zwischen Gegenwartsdiagnose und innerer Landschaft.

In der Ruhrtalstadt Mülheim ist Ursula Vehar längst mehr als ein Name – sie ist ein Begriff. Geboren 1940 in dieser Stadt, wuchs sie in einer Zeit auf, in der die Farben erst allmählich ins kollektive Bewusstsein zurückkehrten. Es war diese Erfahrung von Umbruch, Aufbruch und Innerlichkeit, die sie früh zur Kunst führte.

Nach dem Studium an der Pädagogischen Hochschule mit Schwerpunkt Kunst und später an der Universität Duisburg, wo sie sich u.a. in Aktmalerei, Lithografie und Radierung vertiefte, begann sie früh als Kunsterzieherin – doch ihr eigentlicher Weg war die freie Kunst. Seit 1969 malt sie konsequent – zunächst abstrakt, mit leuchtender Palette, später zunehmend figürlich, reduziert, erzählerisch, dann wieder gesellschaftskritisch einprägsam.
1995 war sie Gründungsmitglied der Mülheimer Künstlergruppe AnDer, einem Zusammenschluss, der sich der zeitgenössischen Kunst mit lokalem Bezug widmet – eigenständig, wach, international vernetzt. Vehar ist hier nicht nur Teil, sondern Impulsgeberin. Ihre Ausstellungen führten sie bis nach Sankt Petersburg und Kfar Saba (Israel), ebenso wie immer wieder zurück an den Ort, der sie geprägt hat: Mülheim an der Ruhr.
Ein künstlerischer Höhepunkt war die monumentale Ausstellung ihres Werks „Hommage an Leonardo da Vinci“ in der Luftschiffhalle und danach im Treppenauge der RuhrGallery Mülheim im Jahr 2019 mit einem über 22 Meter langen Bilderzyklus in Acryl auf Leinwand, in dem Anatomie, Erfindung, Philosophie und Gegenwart miteinander verschmolzen. Das Werk markierte einen künstlerischen Kulminationspunkt – viel beachtet und stilistisch kraftvoll. Es befindet sich heute in einer privaten Sammlung,

Und schließlich, jetzt im Jahr 2025, wurde die Künstlerin von der Jury für die erste Biennale der Reihe „MülheimCalling“ ausgewählt.
Vehars Werke sind heute fast in jedem anspruchsvollen Haus in Mülheim zu finden – in privaten Sammlungen, ärztlichen Praxen, öffentlichen Einrichtungen, immer wieder auch in Kirchen und Galerien. Ihre Bildsprache – tief, gegenwärtig, oft auch gesellschaftskritisch – spricht für sich.
Sie selbst bringt es auf den Punkt:
„Kunst ist Freiheit. Und manchmal auch Verantwortung.“

Diese Haltung durchzieht ihr gesamtes Schaffen – von frühen Porträts über Tierserien bis hin zu politischen Zyklen wie „Flucht“, „Pussy Riot“ oder „Bambi“.
In einer Region, die ständig im Wandel ist, ist Ursula Vehar eine beständige Stimme. Nicht laut, aber tief. Nicht schrill, aber unüberhörbar.
Link zum Artikel „MülheimCalling2025“ hier:






