Stadt Mülheim: Kunstgeschichte wird lebendig Ruhrtalstadt wird zur Bühne eines kunsthistorisch inspirierten Doppelereignisses 15. Juni bis 8. Juli 2025

Palais de l'Industrie in Paris,  hier fand der erste SALON DE REFUSÈS statt | Foto: Édouard_Baldus / Archiv Mülheimer Kunstverein KKRR
Palais de l’Industrie in Paris, hier fand der erste SALON DE REFUSÈS stattFoto: Édouard_Baldus / Archiv Mülheimer Kunstverein KKRRhochgeladen von Alexander Ivo Franz

Hinweis – nicht zu verwechseln: 

MÜLLEM CALLING – seit 2019 ein Event in Köln-Mülheim (jährliches „Anti Gentrifizierungs-Fest“ am Rhein
                                                         
MÜLHEIM CALLING – Titel einer 2025 ins Leben gerufene Biennale der Ruhrtalstadt

hier geht’s zum Programm „Salon des Refusés 2025 in der Stadt Mülheim“

Mülheim an der Ruhr – Im Sommer 2025 wird die Ruhrtalstadt zur Bühne eines kunsthistorisch inspirierten Doppelereignisses. Vom 5. Juli bis zum 14. August zeigt das „Städtische Kunstmuseum in der Alten Post“ die Vielfalt der Mülheimer Kunstszene anhand von ausgesuchten Kunstprofis. Parallel dazu greift die RUHR GALLERY MÜLHEIM die Idee des berühmten Salon des Refusés von 1863 auf und widmet sich den (abgelehnten) Künstlerinnen und Künstlern, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht am offiziellen Ausstellungsprogramm des Städtischen Kunstmuseums teilnehmen können oder wollen. Ausstellungszeit hierfür: 15. Juni 2025 bis 8. Juli 2025 – Eintritt & Führungen kostenfrei!

Logo der Kunstaktion "Salon des Refusés" in der Stadt Mülheim - Villa Artis, Ruhrstr. 3 / Ecke Delle | Foto: KKRR-Team
Logo der Kunstaktion „Salon des Refusés“ in der Stadt Mülheim – Villa Artis, Ruhrstr. 3 / Ecke Delle Foto: KKRR-Team hochgeladen von Alexander Ivo Franz

„OPEN CALL Salon des Refusés – Mülheim 2025
Vernissage: Zugänglich ab 15. Juni 2025 – Opening am 6. Juli 2025 ( Hängung ab Anfang Juni mit Rahmenprogramm)
Ort: Ruhrtalstadt Mülheim – Kulturort VILLA ARTIS, Ruhrstr. 3 / Ecke Delle
Die Ruhrtalstadt Mülheim nimmt 2025 an einer langen und stolzen Tradition der Kunstgeschichte teil: einer Ausstellung für all jene Künstler*innen, deren Werke es nicht in eine hochkarätige Schau geschafft haben – und die gerade deshalb gesehen werden müssen.
Der „Salon des Refusés 2025“ versammelt über 100 Kunstwerke aus der Region, die nicht für die bevorstehende Ausstellung „Mülheim Calling“ im städtischen Museum ausgewählt wurden. Dabei ist die Beteiligung an einer musealen Ausstellung für viele Kunstschaffende ein Meilenstein – doch bei begrenztem Platz in der Alten Post der Ruhrtalstadt bleiben jedes Jahr viele bemerkenswerte Arbeiten und Kunstschaffende außen vor.
Die Idee für die Ausstellung stammt aus dem 19. Jahrhundert: 1863, als in Paris tausende Werke vom offiziellen Salon abgelehnt wurden, veranlasste Napoleon III. eine Gegenausstellung – den legendären „Salon des Refusés“, die „Ausstellung der Zurückgewiesenen“. Unter den damals ausgestellten Künstlern fanden sich später berühmte Namen wie Édouard Manet und Paul Cézanne.
Der „Salon des Refusés“ in Mülheim setzt diese Idee fort – als offene Bühne für künstlerischen Ausdruck, abseits offizieller Jurys und Auswahlkommissionen. Er bietet Raum für Vielfalt, Mut, Stilbrüche, Unangepasstes, Experimentelles – für Positionen, die sonst leicht übersehen werden.
Kurator*innen:
Das Projekt wird kuratiert von einem offenen Kollektiv aus Künstlerinnen, und unterstützt vom Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr – kurz KKRR, Kulturengagierten und Unterstützerinnen der freien Kunstszene im Ruhrgebiet.
Alle Arbeiten werden ohne Juryverfahren angenommen – einziges Kriterium: Abgelehnt, aber nicht aufgegeben.“

Zwei Ausstellungsorte, und eine historische Inspiration

Der Salon des Refusés – die „Ausstellung der Zurückgewiesenen“ – fand 1863 in Paris statt, nachdem die Jury des prestigeträchtigen Salon de Paris zahlreiche innovative Werke abgelehnt hatte. Auf Initiative von Napoleon III. erhielten diese Künstlerinnen und Künstler eine alternative Plattform, was letztlich die Kunstwelt revolutionierte und als Geburtsstunde der Moderne gilt.

Hier findet der Salon des Refusés 2025 statt – die historische Villa Artis in der Ruhrtalstadt Mülheim | Foto: Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR
Hier findet der Salon des Refusés 2025 statt – die historische Villa Artis in der Ruhrtalstadt Mülheim Foto: Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo Franz

In Mülheim wird dieser Geist des Salon des Refusés neu interpretiert. Während das Städtische Kunstmuseum in der Alten Post eine breite Palette lokaler Kunst zeigt, legt die Ruhr Gallery Mülheim ihren Fokus auf die Werke derjenigen, die aus der offiziellen Ausschreibung (Open Call) ausgeschlossen wurden, nicht daran teilnehmen konnten oder bewusst darauf verzichteten eine Bewerbung einzureichen.

Die Mülheimer Künstlerin Dörthe Speetzen mit einer ihrer Werkreihen | Foto: Archiv Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRRDie Mülheimer Künstlerin Dörthe Speetzen mit einer ihrer Werkreihen Foto: Archiv Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo FranzDie Ruhr Gallery: Bühne für die „Anderen“

Die Ausstellung in der Ruhr Gallery versteht sich als eigenständiger Beitrag zu diesem besonderen kulturellen Sommer. „Wie im historischen Salon des Refusés wollen wir eine Bühne für diejenigen schaffen, die im Schatten der offiziellen Kunstlandschaft stehen – sei es aus formalen, organisatorischen oder persönlichen Gründen – denn das Kunstjahr 2025 steht unter dem Motto „BEGEGNUNGEN“, erklärt die Leitung der Ruhr Gallery.
Die Ausstellung wird Werke zeigen, die durch ihre Andersartigkeit oder Individualität auffallen, und so eine wertvolle Ergänzung zur Schau im Städtischen Kunstmuseum darstellen. „Manchmal entstehen gerade in der Zurückweisung oder im bewussten Anderssein die spannendsten künstlerischen Perspektiven“, so die Veranstalter, „bei uns gibt es keinerlei Beschränkungen“, der Schöpfer entscheidet, wie und was er ausstellt“.

"Passage" Ausstellung der Mülheimer Künstlerin Cornelia Treinen-Wissel.  Ihre Malerei zeigt u.a. Ateliers von Mülheimer Künstlerinnen und Künstlern | Foto: Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR
„Passage“ Ausstellung der Mülheimer Künstlerin Cornelia Treinen-Wissel. Ihre Malerei zeigt u.a. Ateliers von Mülheimer Künstlerinnen und Künstlern Foto: Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo Franz

Überwältigende Resonanz und technischer Engpass bei „Open Call 2025“
Die hohe Beteiligung an der Ausschreibung für das Städtische Kunstmuseum – mit weit über 100 Bewerbungen unterstreicht die lebendige Kunstszene Mülheims: Bis zum 19. Januar 2025 hatten Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit, sich für die Ausstellung zu bewerben. Die Nachfrage war so groß, dass die eigens eingerichtete E-Mail-Adresse aufgrund von Überlastung vorzeitig ausfiel.

"Bewerbung nicht möglich", wegen Überlastung des Mail-Postfachs "Mülheim Calling 2025" | Foto: Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR
„Bewerbung nicht möglich“, wegen Überlastung des Mail-Postfachs „Mülheim Calling 2025“ Foto: Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo Franz

Viele Kreative, die durch diese Panne oder andere Gründe nicht berücksichtigt werden konnten, werden nun in der Ruhr Gallery die Möglichkeit erhalten, ihre Werke einem breiten Publikum zu präsentieren.

Ein Kunstsommer der Vielfalt in Mülheim

Zusammen bilden die beiden Ausstellungen ein einzigartiges Panorama der Mülheimer Kunstszene. Das Städtische Kunstmuseum bietet den Rahmen für das offizielle Ausstellungsprogramm, während die Ruhr Gallery bewusst alternative Positionen hervorhebt.
Besucherinnen und Besucher können sich auf ein facettenreiches Kunsterlebnis freuen: Malerei, Skulpturen, Fotografien, Installationen und mehr werden in beiden Ausstellungen zu sehen sein. Zudem sind gemeinsame Veranstaltungen, wie Künstlergespräche und Führungen, geplant, um die Verbindungen zwischen den beiden Formaten zu betonen.

Wieder wie in den Vorjahren - der Kunst-Event in Mülheim - ab sofort Vorbesichtigung möglich! | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR, Ruhrstr. 3Wieder wie in den Vorjahren – der Kunst-Event in Mülheim – ab sofort Vorbesichtigung möglich! Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR, Ruhrstr. 3 hochgeladen von Alexander Ivo FranzKunstwochenende 5./6. Juli 2025

Beide Ausstellungen werden am 5. Juli 2025 zugänglich sein – der Salon wird feierlich am 6. Juli 2025 eröffnet – ab 17 Uhr BENEFIZ-KUNSTVERSTEIGERUNG ! . Während das Kunstmuseum mit Livemusik und regionalen Spezialitäten mit einem großen Künstlerfest lockt (siehe Ankündigung der Stadtverwaltung) –  bietet die Ruhr Gallery eine kreative und experimentelle Möglichkeit Kunst zu erleben an. Ziel ist, die gesamte Bandbreite und Vielfalt der Kunststadt im Ruhrtal zum Ausdruck zu bringen und den Dialog zwischen den unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen anzuregen mit einem Rahmen, der alle Perspektiven einbezieht.

Ergänzung der Redaktion nach Eingang der Bewerbungen:
ES SIND U.A. WERKE ZU SEHEN VON:
Hans Arts / Wolfgang Barkowski / Heidi Becker / Bernhard Braun / Jürgen Brinkmann / Marion Callies / Manfred Dahmen / Michael Dahlke, Gruppe AnDer / Gudrun Deutsch / Aliv Franz / Lutz Gierig / Gregor Gossen / Paul Rainer Heicappell / Eva Henning / Janet Kempgen / Petra Klimsch / Gerhard Krausekrause / Bernd Kirstein – Einsdreißig / Claus-Peter Laube / Gisela Lentz / Lubens / Lore Mohr / Ute Nowak / Fred Poeller / Edith Polland-Dülfer / Sven Piayda / Franz Püll / Felix Rohrschneider / RSN Thomas Rosen / Martin Sieverding / Christa Silberkuhl / Tetiana Shvartsman / JOTT KAA / Kirsten Uecker / Wolfgang Vogelsang / Pia Winkenstern / Klaus Wiesel / Ali Yadegar-Youssefi / Brigitte Zipp

Palais de l'Industrie in Paris,  hier fand der erste SALON DE REFUSÈS statt | Foto: Édouard_Baldus / Archiv Mülheimer Kunstverein KKRR
"Bewerbung nicht möglich", wegen Überlastung des Mail-Postfachs "Mülheim Calling 2025" | Foto: Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR
"Passage" Ausstellung der Mülheimer Künstlerin Cornelia Treinen-Wissel.  Ihre Malerei zeigt u.a. Ateliers von Mülheimer Künstlerinnen und Künstlern | Foto: Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR
Die Mülheimer Künstlerin Dörthe Speetzen mit einer ihrer Werkreihen | Foto: Archiv Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR
Hier findet der Salon des Refusés 2025 statt – die historische Villa Artis in der Ruhrtalstadt Mülheim | Foto: Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR
Am 6. Juli 2025 ab 17 Uhr KUNSTVERSTEIGERUNG für das Projekt "Wünschewagen" | Foto: Logo: Designer Klaus Wiesel

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artnews

KuMuMü = Kulturmuseum Mülheim GadR = Galerie an der Ruhr ALIV = Alexander Ivo MMKM = Museum Moderne Kunst Mülheim KKRR = Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr MKB = Mülheimer Künstler*innenbund

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