Die Mülheimer Altstadt lebt und pulsiert! Künstlerinnen und Künstler begeistern beim Rundgang auf dem Kirchenhügel der Ruhrtalstadt Mülheim

Beliebtes Motiv zahlloser Maler war und ist die "Mausefalle" mit dem markanten Bogen | Foto: Sammlung Mülheimer Stadtmotive im MMKM
Beliebtes Motiv zahlloser Maler war und ist die „Mausefalle“ mit dem markanten BogenFoto: Sammlung Mülheimer Stadtmotive im MMKMhochgeladen von Alexander Ivo Franz

Zahlreiche Kunstschaffende verwandeln Kirchenhügel in farbenfrohe Galerie: Mülheims Altstadt wird zur Freiluftausstellung – ein kreatives Spektakel begeistert Bürger, Besucher und Touristen der Ruhrtalstadt. Der Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR war heute vor Ort bei einer Führung.

In der "Farbenmühle" mischte Uta Christine Scholz Pigmente für den bevorstehenden Workshop | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR
In der „Farbenmühle“ mischte Uta Christine Scholz Pigmente für den bevorstehenden Workshop Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo Franz

Die Ruhrtalstadt Mülheim verwandelt sich in diesen Tagen in ein lebendiges Freilichtmuseum. Rund um den historischen Kirchenhügel haben lokale und internationale Künstlerinnen und Künstler ihre Werke platziert und die Innenstadt so in eine bunte und ansprechende Galerie verwandelt. Diese außergewöhnliche Kunstaktion, die sich über malerische Fassaden, Schaufenster, Cafés und Ladenlokale erstreckt, ist noch bis zum kommenden Wochenende kostenlos zu besichtigen. Für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt sowie für Besucher und Touristen gibt es dabei an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken – und zu diskutieren.

Gut inszeniert: Malerei von Lubens (Lukas Benedikt Schmidt) | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR
Gut inszeniert: Malerei von Lubens (Lukas Benedikt Schmidt) Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo Franz

Ein offenes Kunstkonzept voller Überraschungen – die „Art Altstadt Mülheim“Besucher in der Ausstellung "Schilder" von Klaus Wiesel | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRRBesucher in der Ausstellung „Schilder“ von Klaus Wiesel Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo Franz

Der besondere Charme dieser Kunstschau liegt nicht nur in der Qualität der ausgestellten Werke, sondern vor allem in der Art und Weise, wie die Künstlerinnen und Künstler den Stadtraum kreativ nutzen. Überall in Mülheim, und vor allem auf dem historischen Kirchenhügel, wird der öffentliche Raum zur Leinwand: Gemälde, Installationen, Fotografien und Skulpturen sind nicht nur in klassischen Galerieräumen zu finden, sondern auch hinter Fensterscheiben, in kleinen Cafés, auf Fassaden oder in den Eingängen von Ladenlokalen. Die Werke treten dabei in einen lebendigen Dialog mit ihrer Umgebung und mit den Menschen, die ihnen begegnen.

Malerei von Ute Nowak  | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR
Malerei von Ute Nowak Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo Franz

„Man spaziert durch die Stadt und wird immer wieder neu überrascht“, schwärmt eine Besucherin. „Jedes Werk ist eine Entdeckung, und man fühlt sich fast wie ein Schatzsucher.“ Die Schau lädt dabei nicht nur zum Staunen ein, sondern auch zum Nachdenken. Viele der ausgestellten Kunstwerke enthalten kritische Botschaften, die zum Dialog anregen sollen – sei es zu Themen wie Umweltzerstörung, sozialer Gerechtigkeit oder politischer Verantwortung.

"Fliehende Pianistin  " Selbstporträt von Anna Korol aus der Ukraine an der Kirchenwand der Petrikirche | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR
„Fliehende Pianistin “ Selbstporträt von Anna Korol aus der Ukraine an der Kirchenwand der Petrikirche Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo Franz

Berührend sind die Beiträge der Kunstschaffenden aus der Ukraine, die hier erste Wurzeln bilden und über die Kunst in die Mülheimer Stadtgesellschaft eintauchen. Auch die Künstlergemeinschaft ArtObscura ist vertreten.

"Der Mondclown und der goldene Schlüssel der Illusionen" von Kamilla Kalaieva  aus der Ukraine | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR
„Der Mondclown und der goldene Schlüssel der Illusionen“ von Kamilla Kalaieva aus der Ukraine Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo Franz

Kunst als Anstoß zur Reflexion und DiskussionRebecca Gottschick (re.) mit Besuchern vor ihrem Werk "Die Duldung oder ich bin hier nicht erwünscht."

Ich sitze im Boot.
Das Ufer ist in Sicht.
Die Lichter glitzern.
Es gibt Nahrung, Kleidung.
Es ist Platz für alle: es muss das Paradies sein!
Nur leider ist es das nicht.
Die Realität ist eine andere:
Es könnte das Paradies sein, ein Netz der Sicherheit.
Wenn man willkommen ist und einen einfachen Weg dorthin hätte.
Wer es an das Ufer schafft wird geduldet ist aber noch lange nicht erwünscht.
Das ganze findet nicht nur auf dem Meer statt.
Nein. Auch direkt vor unserer Haustür.

Ich bin geduldet. Ich bin hier nicht erwünscht. | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRRRebecca Gottschick (re.) mit Besuchern vor ihrem Werk „Die Duldung oder ich bin hier nicht erwünscht.“Ich sitze im Boot.
Das Ufer ist in Sicht.
Die Lichter glitzern.
Es gibt Nahrung, Kleidung.
Es ist Platz für alle: es muss das Paradies sein!
Nur leider ist es das nicht.
Die Realität ist eine andere:
Es könnte das Paradies sein, ein Netz der Sicherheit.
Wenn man willkommen ist und einen einfachen Weg dorthin hätte.
Wer es an das Ufer schafft wird geduldet ist aber noch lange nicht erwünscht.
Das ganze findet nicht nur auf dem Meer statt.
Nein. Auch direkt vor unserer Haustür.Ich bin geduldet. Ich bin hier nicht erwünscht. Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo Franz

Die kreativen Köpfe hinter dieser außergewöhnlichen Ausstellung haben es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur ästhetische Erlebnisse zu schaffen, sondern auch Denkanstöße zu liefern. Die Werke sind oft provokativ und laden zur Diskussion ein: Eine Skulptur, die aus weggeworfenen Plastikflaschen besteht, thematisiert den rücksichtslosen Umgang mit der Natur. Ein anderes Gemälde, das in kräftigen Rottönen gehalten ist, erinnert an die Kämpfe um soziale Gerechtigkeit. Und eine Fotografie, die unscheinbar hinter einer Schaufensterscheibe hängt, zeigt das Gesicht eines Kindes, das scheinbar in die Ferne blickt – ein stiller Appell für mehr Empathie und Achtsamkeit in einer hektischen Welt.

Janet Kempken malte u.a. den "Häkelnden Lobster" | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR
Janet Kempken malte u.a. den „Häkelnden Lobster“ Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo Franz

Besonders für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt bietet diese Ausstellung eine einmalige Gelegenheit, den gewohnten Alltag aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. „Die Kunst verändert den Raum, in dem wir leben“, erklärt einer der beteiligten Künstler. „Wir möchten die Menschen dazu anregen, ihre Umgebung mit anderen Augen zu sehen und sich auf eine emotionale, intellektuelle und vielleicht auch spirituelle Reise einzulassen.“

Werke von Wolfgang Vogelsang (1938-2023) schmücken das Altstadtcafé Superette | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR
Werke von Wolfgang Vogelsang (1938-2023) schmücken das Altstadtcafé Superette Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo Franz

Die Finissage: „Die finale Begegnung“ – ein festlicher Abschluss

Den Höhepunkt und gleichzeitig den Abschluss dieser beeindruckenden Schau bildet die Finissage, die unter dem Titel „Die finale Begegnung“ am kommenden Samstag, den 26. Oktober 2024, ab 18 Uhr im Kultort KAFF stattfindet. Bei dieser festlichen Veranstaltung wird es neben den Kunstwerken auch Live-Musik, Performances und spannende Gespräche geben. Künstlerinnen und Künstler sowie Kunstinteressierte sind eingeladen, sich auszutauschen und die Eindrücke der Ausstellung gemeinsam Revue passieren zu lassen.

Organisator Paul Rainer Heicappell mit Besucherin führte durch die Ausstellung | Foto: Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR
Organisator Paul Rainer Heicappell mit Besucherin führte durch die Ausstellung Foto: Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo Franz

Besonders der Kultort KAFF, der sich längst als kreativer Hotspot in der Mülheimer Szene etabliert hat, bietet den idealen Rahmen für diesen Ausklang. Hier können die Besucherinnen und Besucher nicht nur die Kunst von Deborah Marschner noch einmal in Ruhe genießen, sondern auch die Gelegenheit nutzen, mit den Kunstschaffenden persönlich ins Gespräch zu kommen. „Wir wollen diesen Abend nutzen, um das Kunstereignis gemeinsam ausklingen zu lassen und die Begegnungen, die im Laufe der Ausstellung entstanden sind, zu feiern“, so Paul Rainer Heicappell, der zusammen mit Uta Christine Scholz und Suse Gloth den Event auf die Beine gestellt hat – mit freundlicher Unterstützung aus dem Bürgermitwirkungsbudget im Rahmen des Förderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“.

Ein übersichtlicher Flyer führt durch den Kirchenhügel der Ruhrtalstadt Mülheim | Foto: Designer Klaus Wiesel
Ein übersichtlicher Flyer führt durch den Kirchenhügel der Ruhrtalstadt Mülheim Foto: Designer Klaus Wiesel hochgeladen von Alexander Ivo Franz

Für die Ruhrtalstadt Mülheim und ihre Kunstszene ist diese Ausstellung ein voller Erfolg – eine wunderbare Gelegenheit, Kunst und Kultur in den Alltag zu integrieren und die Stadt in einem neuen, farbenfrohen Licht zu erleben. Noch bis zum Wochenende besteht die Möglichkeit, die Kunstwerke kostenlos zu besichtigen und sich von den kreativen Überraschungen, die überall auf dem Kirchenhügel lauern, begeistern zu lassen.

Das Dauer-Kunstwerk am Kölner Hof "Blaue Stunde" - Künstler unbekannt :) war nicht Bestandteil des Rundgangs, fiel aber ins Auge. | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR
Das Dauer-Kunstwerk am Kölner Hof „Blaue Stunde“ – Künstler unbekannt 🙂 war nicht Bestandteil des Rundgangs, fiel aber ins Auge. Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR hochgeladen von Alexander Ivo Franz

Die „finale Begegnung“ am Samstag wird zweifellos ein unvergessliches Erlebnis – und ein würdiger Abschluss für diese inspirierende Schau.

Beliebtes Motiv zahlloser Maler war und ist die "Mausefalle" mit dem markanten Bogen | Foto: Sammlung Mülheimer Stadtmotive im MMKM
Klaus Wiesel im Gewölbekeller "Mausfalle" mit ausgefallenen Ideen | Foto: Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein KKRR
Rebecca Gottschick (re.) mit Besuchern vor ihrem Werk "Die Duldung oder ich bin hier nicht erwünscht."

Ich sitze im Boot.
Das Ufer ist in Sicht.
Die Lichter glitzern.
Es gibt Nahrung, Kleidung.
Es ist Platz für alle: es muss das Paradies sein!
Nur leider ist es das nicht.
Die Realität ist eine andere:
Es könnte das Paradies sein, ein Netz der Sicherheit.
Wenn man willkommen ist und einen einfachen Weg dorthin hätte.
Wer es an das Ufer schafft wird geduldet ist aber noch lange nicht erwünscht.
Das ganze findet nicht nur auf dem Meer statt.
Nein. Auch direkt vor unserer Haustür.

Ich bin geduldet. Ich bin hier nicht erwünscht. | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR
Gut inszeniert: Malerei von Lubens (Lukas Benedikt Schmidt) | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR
Malerei von Ute Nowak  | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR
"Fliehende Pianistin  " Selbstporträt von Anna Korol aus der Ukraine an der Kirchenwand der Petrikirche | Foto: Mülheimer Kunstverein KKRR

Mehr Bilder anze

Veröffentlicht von

artnews

KuMuMü = Kulturmuseum Mülheim GadR = Galerie an der Ruhr ALIV = Alexander Ivo MMKM = Museum Moderne Kunst Mülheim KKRR = Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr MKB = Mülheimer Künstler*innenbund

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

sechzehn − 9 =